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"MAPPAE ANTICAE. Namen, einschlie?lich Umrisse. Die von Karte zu Karte wanderten. Weil sie nichts anderes sind als Sammlungen dessen, was andere geschaut, entdeckt haben oder was ihnen widerfahren ist, so da? selbst noch den winzigsten Ausschnitt zu betrachten hei?t, zur?ck in die Vergangenheit zu sehen. Und Stimmen in den L?ften zu h?ren, im Kr?hennest oder um die Masten, Stimmen, unverst?ndlich und wirr, die ank?mdigen, da? die Insul der D?monen nicht mehr fern ist.
Die allererste Karte, auf der sie eingetragen wurde, weit drau?en am Blattrand, stammt aus dem Jahre 1424; nach dem portugiesischen Wort f?r Teufel hat man sie dort als ixola dixems satanazes bezeichnet. In den Gew?ssern ringsum tummeln sich all die Ausgeburten einer h?llischen Phantasie, der ausgebr?tete Laich von Nachtv?geln, geifernde Meereshunde, Kreaturen mit dem K?rper eines Elefanten, den Tatzen eines Wiesels und dem Schwanz eines Herings. Auf einem dieser Monstren reitet eine nackte Frau, auf einem anderen der K?nig von Portugal; sein Schiff ist dauf dem R?cken des Leviathans aufgelaufen, in dessen Rachen die Seeleute nun eine Messe feiern. Der aus dem Jahre 1506 datierende Portulan wei? bereits die Legende anzuf?gen, da? "D?monen, denen man nicht gefahrlos begegnete, nahe dieser Insul Schiffe angriffen. Ungew?hnlich ist aber nicht nur der Name der Insul, sondern auch welche Umrisse man ihr auf den Karten gab: ein mit freier Hand gezogenes Geviert.

In unmittlebarer N?he ist oft ein zweites, ebenso eigent?mlich rechteckiges Eiland eingezeichnet, die ixola dixeno antila. Sie steht all unseren Insuln als symbolische Gegenwelt spiegelbildlich gegen?ber, daher auch ihr Name: ante illa. Entdeckt wurde sie im Jahr 711 vom Erzbischof von Porto und seinen Sechs Bisch?fen, als sie vor den in Spanien einfallenden Mauren fl?chten mu?ten und jenseits des Saragassomeeres in dieses Land gelangten aus goldenem Sand, auf dem sie die St?dte der Sieben Weisen erbauten.
Dieses Antillia nun ist eine Insul wahrer portugiesischer Gl?ckseligkeit; sie liegt am Ende einer Welt, deren christliche Mitte Jerusalem bildet, und von ihren Ufer aus ist es - weil ?ber die Gestalt der Erde noch nicht endg?ltig entschieden wurde - zum Paradies gleicherweise am weitesten und am n?chsten; ist es gerade rund und der Tag windstill, h?rt man von ihren Ufern manchmal den Flu? rauschen, der durch den Garten Eden flie?t."
21.8.04 16:58
 


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