Logbuch

  Startseite
  Über...
  Archiv
  die Bibliothek
  der Weg
  der Garten
  der Keller
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/charms

Gratis bloggen bei
myblog.de





Bevor über eine Besiedelung des Uranus nachgedacht werden kann, muß in Betracht gezogen werden, daß der Uranus ein Gasplanet ist, daß er im herkömmlichen Sinn also über keine Oberfläche verfügt; Uranus ist von einem tosenden Meer bedeckt und es wehen Stürme, die heftiger sind als alle Winde auf der Erde. Dazu ist es kalt und finster. Die Temperaturen liegen bei -213°C, und es gelangt um vierhundertmal weniger Licht auf die Oberfläche. Die Bilder, die man vom Uranus sieht, auf Postkarten und Magazinen, und die ihn als bläulichen Riesen zeigen, sind daher irreführend: Der Uranus ist in erster Linie dunkel.
Das liegt daran, daß er von der Sonne - und damit auch von der Erde - sehr weit entfernt ist. Die Raumsonde, die ihn passierte, war acht Jahre unterwegs. Man kann sagen, die sei nicht direkt geflogen, aber sie war doch auf verhältnismässig schnellem Wege dorthin. Den Uranus sieht der Betrachter des Tageshimmels niemals. Der des Nachthimmels kaum. Jedenfalls nicht mit freiem Auge, so lang ist der Weg. Es ist unklar, ob ein Betrachter dort die Erde erkennen kann, aber das scheint schwierig, wenn Methanwolken mit mehreren tausend Stundenkilometern vorüberziehen.
Wie sähe also eine Besiedelung des Uranus aus? An eine Verankerung von Inseln im Kern des Planeten ist nicht zu denken. Denn der Ozean, von dem die Rede war, besteht der gängigen Vermutung nach aus metallischem Wasserstoff; oder irgendeiner anderen lebensfeindlichen Flüssigkeit, von der man keine Anschauung besitzt. Die Pfeiler, auf der die Inseln zu ruhen hätten, würden sofort spröde, wie Rosen spröde werden, wenn man sie mit flüssiger Luft übergießt- und die Bauten, würden vom Sturm weggerissen wie Löwenzahnsamen. Wenig aussichtsreicher ist der Versuch, das Habitat aus schwimmenden Inseln zu konzipieren. Mutig ist der Ansatz, die Bewohner zum Spielball des uranischen Wetters werden zu lassen, zweifellos. Aber es ist unklar, ob es Material gibt, das den Strapazen dieses Plans standhält; das ganze ist umso fragwürdiger, da es keine Möglichkeit gibt, der in Not geratenen Besatzung zuhilfe zu eilen.
Selbst das Licht benötigt zweieinhalb Stunden von der Erde bis dorthinaus. Das bedeutet, daß zwischen Hilferuf und Antwort fünf Stunden lägen.
Fast zwansläufig müßte damit die Kommunikation - jede Art von Kommunikation - die Form von Rede und Gegenrede annehmen. Man kann sagen: mit den Bewohnern des Planeten rede man, wie man mit einem Brieffreund rede. und daß es nichts anderes gebe, nach dort.
Praktisch müßten die Bewohner des Uranus in jeder Hinsicht autark sein. Das ist kein verlockender Gedanke, auf einer Welt, die weder Berge noch Flüsse kennt, in der die Begriffe Nacht, Sturm und Kälte nicht in herkömmlicher, sondern nur in bizarr gesteigerter Form geläufig sind, und auf der die Umwelt imstande ist, den schutzlosen Menschen in weniger als einer Sekunde zu töten, aus mannigfachen Gründen.
Wenn schon nicht am Planeten, so könnte man doch auf einem Mond des Uranus siedeln? Die Oberfläche dort wäre fest, und man hätte nicht mit bösem Wetter zu kämpfen. Freilich gäbe es auch dort keine Luft, die man atmen könnte. Aber es wäre denkbar, die Menschen in einem abgeschlossenen System zu beherbergen, also ein autarkes Ökosystem zu schaffen. Was, wenn Tiere und Pflanzen dort nicht wachsen wollen, ohne Schwerkraft - wie man vermutet? Alles ist ungewiß.
Sicher ist lediglich: wer von Uranus, Miranda oder Oberon zurückkäme, wäre froh, über den festen Boden, geblendet vom Licht der Sonne und voll Aufmerksamkeit für die Elemente.

Conclusio:
Man muß einräumen, daß derzeit die Pläne zur Besiedelung der iovianischen Planeten, insbesondere des Uranus, nicht aktuell sind. Es erübrigt sich daher, nicht zuletzt wegen dieser Zusammenfassung, weitere Aspekte dieser Unternehmung in die Argumentation mit einzubeziehen. Ausgeklammert wurde unter anderem die Frage der logistischen Bewältigbarkeit (kaum zu schaffen), der Kosten (gigantisch) und der Sinnhaftigkeit (nicht zu entdecken.)

Hier findet man meine Gedichte


die blinde insel
ist von einem meer umspült
die müden wellen laufen aus
vor dem strand

kein steg, kein haus
die bäume
fehlen
kein licht
eigentlich
nicht einmal insel
und meer



weder hat das feld augen
noch hat der wald ohren

nichts
gar nichts
hat aug oder ohr


II.
Es steht auf den blättern
die einem auf der straße
entgegengeweht werden:
wir haben zeit

# 1 BEIFANG

fische gibt es noch immer.
es liegt an den netzen
an den booten
am fischer.

im flickwerk nur beifang.
auf den hauptrouten
nicht einmal das.

"die alten fragen
und die alten antworten:
da geht nichts drüber."



# 2 TURM ZU BABEL

brille und kaleidoskop
sind werkzeuge

gebaut wird an schwankenden türmen
deren basis von zwei füssen bedeckt werden kann
kaskaden, katarakten
biegungen und netzen
die ihren sinn zu tragen wissen

mit der schönheit des gestaltlosen
fällt einem zu:
milch und honig.
für kommende zeiten.








dahinter
hat die sonne bis zum morgen keinen weg
den glast vertrödelt sie tagsüber
stattdessen staubt abluft von den gesimsen

hier
kippt keine tuchent
das haus fast vornüber
hier haftet am first der streifen
ins wetter dessen namen du kennst

und hier fühlst du
keinen schatten auf der schulter
und ihren schon gar nicht

und nichts an dem dein blick
sich verzweigt
oder hängt
oder bleibt
oder sich zurückwirft









komm,
wir wollen gehen.
die umstände sind erfaßt.
die begreiflichkeit war
von anfang an vertagt.
wenn auch die satelliten
nur um diesen punkt kreisen
an dem demnächst
die entscheidung fällt

werden wir
das fett der seelöwen hinter uns werfen
nur schalen aufkommen sehen
die randeffekte mit meterstäbern messen-

und auf den landkarten
wird nichts verzeichnet sein
als unsere namen.











weißt du:
alles was ist, hat kanten
und alles was war, war nur
mitunter

die schönen tage sind jene,
an denen man das strohige haar
ind den wind zu halten wagt

und es wird nicht mehr sturm geläutet
die glocken sind versteckt!
den häusern werden neue kronen geformt

die schönen tage sind jene,
an denen man die straße hinunterfährt
auf der das licht und schatten und blattwerk
ihren blödsinn machen

die schönen tage sind jene,
an denen zeichnet das flugzeug
der dämmerung eine augenbraue






Ich stehe vor mir als vor einem See
Die Wellen sind höher als gestern und
die Klippen wie steinerne Tiere
unkenntlich und blass wo das Licht
im Dunst versandet

Am Ufer liegt zerdroschenes Glas
zieh gute Schuhe an, wenn du dort gehst
einen Hut behältst du nur mit einer Hand auf dem Kopf
geh barhaupt oder denk dir was aus
auch die Orientierung ist schwer zu behalten
es weiß keiner so recht bescheid.

Ich stehe vor mir als vor einem See.
Die Wellen sind niedriger als gestern-
freilich, denn es ist Nacht.
Kein Bootsmann. Kein Boot.








willkommen am trümmerfeld

Die hauptstadt rumäniens ist bukarest.
eis schwimmt.
Der schirokko trägt zumeist sand mit sich.
Von solcher Art sind alle tatsachen.
Sie bilden die Welt.

Willkommen am trümmerfeld.
an der schwelle liegt brot
doch der hunger bleib aus
ebenso der schlaf:
beides ist uninteressant.

Der mond umkreist die erde in 28 Tagen.
2 ist die kleinste primzahl.
passate sind ostwinde.

Es ist noch einiges zu überdauern
noch einige räder laufen
man beschafft sich noch allerlei
und sollte längst nicht mehr hier sein.


Der Planet uranus hat einen ring.
Es gibt keine größte primzahl.
Die sonne hat am rand 5500 grad.
Von solcher art sind alle tatsachen.









am berg



gefunden
in den dolden des gerölls:
ein mond voll wasser

im tal
ist der hund ein karren

dem mann am see
laufen die steine zu
die
nicht zu tode
geworfenen steine

am berg
ist der seil ein fisch

die dohlen sind aus papier
starr am wind
klebt jedes gepräch

am berg
ist der berg ein haken









Die Hämmer sind schwer zu ersetzen.
Zur Zeit behilft man sich mit Spaten.
Auch Sprengungen finden nicht mehr statt.
Häuser abzutragen ist freilich etwas mühsam; aber man kommt zurecht.

Jüngst wurde auch etwas entdeckt
Zehn Prozent bessere Wärmedämmung fürs Fenster
Bei Teppichböden geht auch was weiter
Und bei Fassadenrestauration.

Es gibt in nächster Zeit Krieg oder auch nicht
Bedauerlich vom moralischen Standpunkt aus
Auswirkungen sind möglich. Die muß man nehmen, wie sie kommen.

Verboten wurden: elementare Ereignisse.
Die Löwen sind eingefangen. Adler flattern herum.
An leinen hängen die Stiere
der Rest wurde in Terrarien verstaut.

Worte vermögen nicht mehr zu überzeugen.
Es folgt kein effektvoller Schluß.
Das Wird ein glücklicher Tag.
Das wird ein glücklicher Tag gewesen sein.








1) Es sei vielleicht besser zu schweigen
sagte einer
und schwieg

ja leider
in letzter zeit
hab ich nichts mehr von ihm gehört

2) In letzter zeit ist das schweigen stärker geworden
der lärm?
der lärm zählt nicht. Natürlich nicht.

auch die sprachkonserven
die man einander auf den weg gibt
das wortfutter
laß ich darunter fallen.

3) man fährt dahin auf wohlbekannten straßen
der kofferraum ist leer
man transportiert nichts mehr.






Eines Tages ließ ein Mann
Die Vögel aus dem Keller
Brieftauben Spechte Amseln
Und Scharen von Raben
Zuletzt die zahme Krähe

Der Himmel war schwarz von Tieren
Der Schatten auf den Sonnenuhren
Die Züge fuhren zu spät
Astronomie wurde schwierig fast undurchführbar

Sogar der Chronist untergegangener Städte
Der Bibliothekar
Der Wetterkundler
Sammelten die Federn von den Feldern
Und wußten nichts zu schreiben
Mit ihrer Tinte






Der Ozean hat es bis ein paar Meter vor uns geschafft
Uralter Sand liegt in den Sandalen
Wir reden über das Wetter.
Wir werden der Kulisse nicht gerecht.

Prachtvoll dreht sich die Erde aus ihrem Schatten
Wir schweigen aber wir schweigen von Fertiggerichten
blaß und bedächtig beginnt der Morgen
und schön: endlich erträglich gedankenlos




Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung